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Turnhalle

Die erste Turnhalle des TV Niederselters war der Saalbau Staudt, der spätere Schützenhof, in dem 1905 schon drei Tage nach der Gründungsversammlung die Turnstunden aufgenommen wurden.

 

Im April 1909 stellte der Turnverein einen Antrag an den Gemeinderat "auf Abgabe von Räumen in der Kaserne", dem auch durch die Gemeindevertretung stattgegeben wurde. So bezog der Turnverein Räumlichkeiten in dem linken Gebäudeteil der Kaserne, wo man sich fortan zu den regelmäßigen Turnstunden traf. Nachdem im Jahre 1910 der rechte Gebäudeflügel der Kaserne als Bürgermeisterei eingerichtet wurde, waren dann der Turnverein und die Gemeindeverwaltung gemeinsam unter einem Dach vereint. 1923 wurden den Turnern die Räumlichkeiten von der Gemeindeverwaltung aufgekündigt, was den Turnbetrieb vorerst vollkommen lahm legte.

 

1927 erwarb der Verein das Gelände am Turnerberg, auf dem später die eigene Turnhalle entstehen sollte.

 

1950 nahm der Verein unter der Leitung von Turnbruder Georg Muth den Bau einer Turnhalle mit nur knapp 3.000 DM Bargeld in Angriff. Für die weitere Finanzierung des Baus der Turnhalle wurden an die Mitglieder Bauschein-Anteilsscheine ausgestellt. In Eigenhilfe leistete man über 4.500 Arbeitsstunden. Mit der Fertigstellung der Halle erhielt auch der Übungsbetrieb ein neues Gesicht. Im Jahr 1952 folgte noch der Anbau des Bühnenbereiches. Die Aktiven des Vereins besuchten wieder die Turnfeste der näheren und weiteren Umgebung und brachten bis 1955 etwa 60 Turniersiege in den einzelnen Altersklassen mit nach Hause.

 

Anfang der 70er Jahre stellte man fest, dass die Halle schon etwas in die Jahre gekommen war und bedingt durch die ständig wachsende Mitgliederzahl an ihre Grenzen stieß. Folgerichtig zog man in Erwägung, die Turnhalle in Verbindung mit einer Erweiterung der baulichen Anlage grundlegend zu renovieren. In dem Erweiterungsbereich sollten die bis dato fehlenden Umkleide-, Sanitär- und Geräteräume untergebracht werden. In der Jahreshauptversammlung am 24. Januar 1975 wurde der Vorstand beauftragt, die weiteren Maßnahmen für die Hallenerweiterung auf den Weg zu bringen.

 

Nachdem die Baugenehmigung vorlag, erfolgte am 26. April 1977 um 12.07 Uhr der erste Spatenstich.
Es wurde mit den umfangreichen und sehr schwierigen Ausschachtungsarbeiten für die rund sieben Meter lange Verlängerung des alten Hallenteiles begonnen. Da die Vereinshalle „hoch oben auf dem Berg" steht, waren die Erdarbeiten und das Unterfangen des alten Hallenteiles nur durch fachgerechte Ausführung der Fa. Muth möglich. Nachdem die Bodenplatte hergestellt war, konnten bis Jahresende 1977 die Umfassungswände bis Unterkante Erdgeschossdecke fertig gestellt und der Anbau winterfest gemacht werden.

 

Mitten in diese Bauphase teilte im Oktober 1977 Willi Steiof dem Vorstand mit, dass er als Vorsitzender nicht mehr kandidieren werde. So entstand für den Verein eine sehr heikle und schwierige Situation. Willi Steiof hatte die Erweiterungsmaßnahme überwiegend mit vorbereitet und geplant und sollte nun künftig dem Verein nicht mehr zur Verfügung stehen? Für viele im Verein kaum vorstellbar. So musste kurzfristig ein neuer Vorsitzender gesucht werden, der auch bereit sein sollte, in dieser schwierigen Bauphase die Leitung des Vereines zu übernehmen. In der Mitgliederversammlung im Januar 1978 konnte Günther Knödler für das Amt des 1. Vorsitzenden gewonnen werden.

 

1978 wurden zunächst die Kellerdecke betoniert, danach die Erdarbeiten und die Bodenplatte für den Seitenteil zur Aufnahme der Umkleideräume und des Sanitärbereiches hergestellt. Und so wuchs die Hallenerweiterung stetig und ständig, sodass die überwiegenden Rohbauarbeiten bis Ende 1979 abgeschlossen werden konnten.

 

Der Verein hatte einen Bauausschuss gegründet, dem außer dem 1. Vorsitzenden Günther Knödler die Vereinsmitglieder Wolfgang Eßer, Helmut Heger, Gerhard Kunz, Herbert Muth, Heinz-Dieter Roth, Bernd Schönbach, Hans-Günther Urban, Jürgen Willert und Walter Willert angehörten. Dieser Bauausschuss war stets bei allen Arbeiten die treibende Kraft, es waren die Männer an vorderster Front. Auch heute noch sind Günther Knödler, Helmut Heger, Walter Willert und Hans-Günter Urban im Bauausschuss tätig.

 

In den Jahren 1980 bis 1982 wurde vorwiegend der Innenausbau des seitlichen Erweiterungsbereiches vorangetrieben, insbesondere mit der Elektroinstallation, dem Einbau der Heizung sowie der sanitären Anlagen. Weiterhin wurden der Innenputz sowie die Estrich- und Fliesenarbeiten in Angriff genommen.

 

Wegen der nunmehr sechs Jahre andauernden ununterbrochenen Bauarbeiten an und in der Halle wurde im Jahr 1983 eine „schöpferische Pause" eingelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Vereinsmitglieder bereits 7.195 Stunden Eigenleistung erbracht. Eine solche Pause erschien dringend angebracht, um neue Kräfte zu sammeln.

 

Durch die Hallenerweiterung wurden 1984 zusätzlich eine Garage, ein weiterer Geräteraum sowie ein Kraftraum und ein Abstellraum gewonnen. Das Jahr 1985 musste der Turnhallenerweiterung großen Tribut zollen. So war die Turnhalle vom März bis Oktober für den Sportbetrieb gänzlich geschlossen.

 

1988 war bestimmt von der Erneuerung des Außenputzes. Im Rahmen dieser Bauphase wurden im Jahre 1989 auch die gesamten Außenanlagen um die Turnhalle neu gestaltet.

 

Bis in die Mitte der 90ziger Jahre wurden noch anstehenden Restarbeiten wie Fertigstellung des Treppenhauses und der Flure, die in den großen Arbeitsblöcken sozusagen auf der Strecke blieben, aufgearbeitet. Nach nahezu 18 jähriger Bautätigkeit wurde die Erweiterung der Turnhalle zum 31.12.1995 als abgeschlossen angesehen.

 

Insgesamt sind 14.775 Arbeitsstunden durch Mitglieder und Freunde des Vereins in die Baumaßnahme eingebracht worden. Viele haben tatkräftig mitgeholfen, insgesamt waren es 162 verschiedene Personen. Einige wenige haben sich dabei weit über das Normale hinaus engagiert und sich im hohen Maße um den Verein verdient gemacht. Ohne die Leistung jedes Einzelnen schmälern zu wollen, scheint es aber angebracht, all den Personen namentlich besonderen Dank auszusprechen, die jeweils mehr als 500 Arbeitsstunden zum Gelingen des Vorhabens geleistet haben. So gilt der Dank des Turnverein Gerhard Kunz für 2.154 Stunden, Günther Knödler für 2.046 Stunden, Hans-Günther Urban für 1.972 Stunden, Helmut Heger für 1.498 Stunden, Walter Willert für 1.302 Stunden, Bernd Schönbach für 848 Stunden, Wolfgang Eßer für 589 Stunden und Ferdinand Muth für 542 Stunden.

 

Gleichwohl hat aber auch jede einzelne Arbeitsstunde einer Vielzahl von Helfern maßgeblich dazu beigetragen, dass das Gesamtziel erreicht wurde.

 

In den Jahren 2006-2009 wurde die Halle mit großem finanziellen und arbeitsintensivem Aufwand den geltenden Brandschutzregularien angepasst. U.a. wurden neue Brandschutztüren und -decken gesetzt, eine neue Rauchabzuganlage installiert und neue Notausgänge eingerichtet.

 

2011 wurden umfangreiche Arbeiten am bestehenden Heiz- und Lüftungssystem durchgeführt, zu denen u.a. die Installation einer modernen Steuerungsanlage und die Auswertung und Steuerung des CO2-Wertes der Raumluft gehören. Dieses bedeutet für die Trainierenden einen Zuwachs an Komfort während der Übungsstunden. Zusätzlich kann in den Zeiten, in denen die Halle nicht für den Trainingsbetrieb genutzt wird, die Temperatur und Lüftungsaktivität gesenkt und somit Energie eingespart werden.

 

Seit 2013 steht im Bereich der großen Halle und der Bühne eine vollständig überarbeitet und größtenteils neu installierte Tontechnik zur Verfügung.

 

Meisterschaften der Wettkampfsportarten des TVN werden in der Halle ebenso durchgeführt, wie die jährlichen Großveranstaltungen des Vereins. Hier sind u.a. der Frauenkreppelkaffe, Nikolausabend, Muttertagsbasteln, Turnhallenübernachtung der TVN-Junioren und „Wir warten auf's Christkind" am 24.12. zu nennen. Hierbei ist es besonders Vorteilhaft, dass eine große Bühne sowie ein Wirtschaftsbetrieb mit Getränkeverkauf, Küche und Gemeinschaftsraum zur Verfügung stehen.

 

Zusätzlich ist im unteren Bereich der Halle ein Gymnastikraum mit Spiegelwand eingerichtet. Hier können Tänze eingeübt und Gymnastik- und Karatetrainig durchgeführt werden. Den Sportlern wird durch die Spiegel das Erkennen von Fehlern und die Korrektur der eigenen Körperhaltung ermöglicht.

 

Vor der Halle steht ein ausreichender Parkplatz zur Verfügung. Außerdem gibt es auf dem Turnerberg direkt neben dem Gebäude einen großen Pavillon, der als gemütliche Sitzgelegenheit bei Grillfeiern der Abteilungen oder dem im Sommer stattfinden Weinfest des TVN dient.